Ich bin gespannt, wie viele sich trauen, das zu teilen!

Es gibt ein Thema, dem man mittlerweile fast täglich im Internet begegnet, das nun schon viel zu lange nicht offensiv angesprochen wurde. Darum geschieht dies jetzt!

Immer wieder sieht man in sozialen Netzwerken (gibt es eigentlich wirklich mehrere oder sagt man das nur so?) alle möglichen dramatischen Sprüche, pseudopsychologische Erklärungen zu irgendwelchen Belastungssituationen, politische Meinungen oder einfach nur Binsenweisheiten , die häufig in Form eines großen Rahmens, entsprechenden Hintergrundes oder sonst wie visuell in Szene gesetzt werden.

Dann lädt jemand seinen ganzen Frust, seinen Ärger, seine Wut, seine Trauer ab und garniert das Ganze am Ende mit dem Spruch:

 

Ich bin gespannt, wie viele sich trauen, das zu teilen!“

 

Mein absoluter Liebling ist übrigens:

 

Wenn du stolz auf deinen Sohne, deine Tochter, deinen Hund (etc. etc.) bist, teile das!

 

Sagt mal, geht’s noch? Glaubt ihr ernsthaft, dass die Erzieherin oder Lehrerin eures Kindes zu euch kommt und euch mit bedeutungsschwangerer Miene mitteilt, sie habe das Jugendamt wegen einer Kindeswohlgefährdung informiert, weil ihr EINEN BESCHISSENEN SPRUCH ÜBER ELTERNLIEBE NICHT GETEILT HABT?!?!?!?!?!

 

 

Vanik sagt: Eher nicht! 

Leute – Vanik traut sich sogar, euch hiermit zu sagen, wie ihm dieses höllendämliche Gehabe auf den Sack geht. Aber der Autor dieses Blogs wird sicher nie, wirklich gar gar nie so etwas teilen, nur weil irgendjemand verzweifelt genug ist, seine Mitmenschen auf so billige Weise an ihrem Ehrgefühl zu packen, ihr Gewissen anzusprechen oder sie auf einer anderen Basis für die Verbreitung seiner Meinung zu instrumentalisieren.

 

Bevor ihr also das nächste Mal auf die Verbreitung dieser mutierten Form der Kettenmail anspringt, bedenkt einmal, dass es vielleicht überhaupt keine Frage des „Trauens“, des „Mutes“ ist.

 

Aber liebe Freunde: Vanik möchte euch keineswegs an die Wand stellen, oder euch für diesen zwischenmenschlichen Offenbarungseid schelten. Nein nein …

 

Das Medium trägt ganz gewiss einen großen Teil der Schuld, da ist sich dieser Kerl, der spinnert genug ist, in der dritten Person von sich zu sprechen, sich sicher!

 

Oder kann sich auch nur einer (der Autor verwendet hier grundsätzlich die männliche Schreibweise. Nicht aus Gründen der Lesbarkeit, obschon dies alleine ein ausreichender Grund wäre, sondern weil dieses Gender-Gehabe ihm egal ist!) von euch vorstellen, auf einer Party, im Pausenraum auf der Arbeit oder auf dem Schulhof zu jedem einzelnen Freund zu gehen, ihm etwas ins Ohr zu flüstern und dann verschwörerisch hinzuzufügen: „So, und jetzt bin ich gespannt, ob du dich traust, zu jedem deiner Freunde zu gehen und ihm das gleiche ins Ohr zu flüstern.“

 

Eher nicht, oder? Dann liegt es wohl doch daran, dass wir alle die Gesellschaft auf einer (virtuellen) Ebene bedienen, die mit den tatsächlichen Beziehungen zu den Personen, mit denen wir hier interagieren, wenig gemein hat.

 

Nehmt mich als Beispiel: Mit dem Hut einer nicht körperlich vorhandenen Person auf meckere und mosere ich hier eine ganze Seite lang über ein „Phänomen“, welchem leicht mit dem Ignore-Button begegnet werden könnte und komme mir nicht mal blöd(-er als sonst) dabei vor. Verrückt, oder?

 

Na ja, jetzt bin ich auf jeden Fall sehr gespannt, wie viele sich trauen, das zu teilen!

 

 

Herzliche Grüße, auch von Vanik. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Reynalda Billiot (Sonntag, 05 Februar 2017 10:09)


    Hello there! I could have sworn I've been to this blog before but after checking through some of the post I realized it's new to me. Anyhow, I'm definitely glad I found it and I'll be bookmarking and checking back often!