Eine neue Ära der beruflichen Ausbildung bricht an!

Montessori-Ausbildungsbetrieb wird nun eröffnet!

In Kindergärten und Schulen werden Kinder und Jugendliche schon seit Jahrzehnten bedürfnisorientiert zurecht gestreichelt. Nun ist es endlich möglich, auch beim Übergang von der Schule in den Beruf die heile Montessori-Welt nicht zu verlassen. 

Vanik sprach mit dem ersten Montessori-Ausbilder und Verantwortlichen für die Ausbildung in diesem Betrieb. Rudolf Bulla, der Vanik verriet, dass er sehr gerne in seinem Schrebergarten entspannt, ist begeistert von dem Konzept:

 

Die Kids können ihre Talente und Fähigkeiten bei uns frei entfalten. Sie stellen einfach her, was sie wollen. Wirtschaftlichkeit muss hier nicht gegeben sein. Lediglich die Verwendung nachhaltiger Produktionsstoffe, die fair gehandelt wurden, liegt uns am Herzen.“

 

Klingt nach einer Utopie, also bleibt Vanik dran. Der gemeine Lästerer kann den gelernten Heilpraktiker jedoch nicht in Bedrängnis bringen, denn er hat auf alles eine Antwort:

 

Die Finanzierung? Eine elitäre Ausbildung wie diese kostet die Auszubildenden, beziehungsweise deren Eltern natürlich etwas. Der Monatsbeitrag – so viel kann schon verraten werden – wird den Kaufpreis eines durchschnittlichen Kleinwagens jedoch keinesfalls überschreiten, da wir zusätzlich auf ein funktionierendes Spendennetzwerk zugreifen können.“

 

 

Das man in seine Karriere investieren muss, bewiesen auch Fernlerninstitute, Wochenendseminare zur Erlernung esoterischer Heilverfahren und die sogenannten Druckkostenzuschussverlage. Und das sind nur wenige sehr beliebte Beispiele für derartige Unternehmen. Es kann also kein Zweifel an der Seriosität dieses Angebotes bestehen.

Wozu genau befähigt der Abschluss in diesem Ausbildungsbetrieb? Diese Frage wiederholt der Skandalreporter immer wieder, bis seine Unwissenheit endlich mit geballter Weisheit hinweggefegt wird:

 

Hier geht es nicht um einen Abschluss in dem Sinne!“, erklärt Bulla. „Viel eher vertreten wir die Auffassung, dass der menschliche Geist mit Wissen gefüllt werden muss, wie er danach verlangt.“

 

Also kann man davon ausgehen, dass die Füllmenge des Geistes sich umgekehrt proportional zur Füllmenge des Kontos verhält?

 

Das sind grobe Verallgemeinerungen, die wir natürlich sehr häufig von Menschen mit einem regulären (dieses Wort betont er auf ähnliche Weise, wie es bei Begriffen wie „Kinderschänder“ oder „Rassist“ üblich ist) Schulabschluss oder Studium zu hören kriegen. Ich kann das aber nur als einen Ausdruck des Neides dieser Personen werten.“

 

Wo genau kann jemand, der … sagen wir mal drei Jahre – was der regulären Ausbildungszeit vieler dualer Berufe entspricht – in diesem Montessori-Betrieb gelernt hat, auf dem regulären Arbeitsmarkt tun?

 

Das hängt natürlich stark von den Interessen ab, die er bei der Ausbildung vertiefte. Im Bereich Holzbearbeitung und natürlich in sämtlichen Montessori-Einrichtungen wird er immer Chancen haben. Auch mit den Steiner-Leuten haben wir Anerkennungen ausgehandelt. So stehen auch die Türen der Waldorf-Einrichtungen offen.“

 

Interessant … Auch auf die Gefahr hin, debil zu wirken: Auf welchen Beruf kann sich ein „Absolvent“ bewerben?

 

Auf absolut jeden. Ob er genommen wird, hängt lediglich von den Vorurteilen des Personalchefs ab, denn unsere Ausbildung und das dazugehörige Schulwesen sind definitiv über jeden Zweifel erhaben. Immer mehr Chefs sind aber dazu bereit, die Arbeitsplätze für Montessori-Leute angemessen auszustatten. Computer sind wirklich keine Notwendigkeit, wenn goldene Perlen, Montessori-Balkenwaage und bewegliches Alphabet vorhanden sind. Holzprodukte beeinflussen nicht nur unsere Umwelt positiv, sondern fördern auch die Entspannung, weil …“

 

Ja ja. Also gibt es keinen Abschluss, dafür jedoch eine lebenslange Gefangenschaft in der Blase und der böse reguläre Arbeitsmarkt tut einem nie weh, richtig?

 

Also wenn Sie das sagen, klingt das ja richtig negativ.“

 

Ach? Das kann ich mir nur schwerlich erklären. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit dem Betrieb.

 

 


Nachtrag des Interviewers:


Insiderinformationen zufolge gibt es bereits 735 Anmeldungen für einen Betrieb mit drei Werkbänken. Ein Snoezeleraum zu Entspannungszwecken ist schon vorbereitet und kann direkt in Betrieb genommen werden.

Außerdem bieten Banken bereits Ausbildungskredite für Menschen mit nur leicht überdurchschnittlichem Einkommen an. Gezahlt werden kann auch mit Organen, solange sie fair gehandelt werden, d.h. der operierende Schulmediziner keinen zu hohen Stundenlohn ansetzt.

 

 

So, das war ein kleiner Ausflug in die wunderbare Blümchenwelt der alternativen Pädagogik. Jetzt widmen wir uns doch aber lieber wieder der Realität und schreiben mal wieder ein Buch, was?

 

Beste Grüße

 

Vanik

 

 

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